Vier Bilder traten gegeneinander an. Das erste rettete nur seine rechte Ecke und zeigt uns eine Überdachung, die zwischen üppigem Grün hervorlukt und sich über das 2. Bild schiebt, ein Industriefragment, zu wenig, um es noch identifizieren zu können. Beide werden vom 3. Bild geschnitten, von dem allerdings nur noch abstrakte Konturen übrig blieben. Dominant für das gesamte Ensemble zeigt sich das 4. Bild, welches auch nur noch in Konturen vorhanden ist, jedoch noch deutlich als Haus erkannt werden kann.
Ein kurzer Wettkampf der Bilder selbst: gefundenes Material, algorithmische Subtraktion, meine Handschrift. Ein Spiel, um den Blick zu schärfen. Die Eingabe in die Suchmaschine war:
NEUE WELTORDNUNG
Webslam ist ein experimenteller Bildwettkampf zwischen gefundenem Material und eigenen Arbeiten. Ein algorithmisches Skript analysiert und subtrahiert Farbanteile, erzeugt Transparenzen und kollagierte Bildfragmente, die anschließend in analogen Druckprozessen weiterverarbeitet werden.
Diese Arbeit entstand 2011 aus automatisch per Skript gefundenen Internetbildern zum Suchbegriff „Neue Weltordnung“. Das Ergebnis wurde mit einem Schwarzweiß-Laserdrucker auf 200 g/m² Glattpapier ausgegeben, im Schablonendruck koloriert und anschließend manuell nachbearbeitet.
Was ist Webslam?
Webslam - Wettkampf gefundener Bilder
Der Begriff Slam bezeichnet im Deutschen einen Wettkampf, einen Schlagabtausch. Genau dieses Prinzip liegt dem Projekt Webslam zugrunde: Vier gefundene Bilder treten zu einem eingegebenen Stichwort gegeneinander an.
Ein eigens entwickeltes Skript analysiert jedes Bild und separiert dessen Farbanteile. Diese Farben werden anschließend gegenseitig subtrahiert. Enthält ein Bild beispielsweise einen hohen Gelbanteil, eliminiert es die gelben Flächen eines anderen Bildes mit geringerem Gelbanteil. Die entfernten Bereiche werden transparent. In einzelnen Fällen führt dieser Prozess dazu, dass ein Bild vollständig ausgelöscht wird – es wird zu 100 % transparent.
Die so entstandenen fragmentierten Bildreste treten anschließend gegen ein zufällig ausgewähltes Werk aus meinem eigenen Bildarchiv an – unter identischen Bedingungen. Der gesamte Prozess findet ausschließlich virtuell statt, bevor irgendein Ergebnis gespeichert oder ausgegeben wird.
Im Laufe der Zeit habe ich mit unterschiedlichen Regeln und Parametern experimentiert und drei Varianten des Webslam realisiert:
Laserdruck auf Schablonendruck
Das Ergebnis des Slams wurde in Konturen zerlegt und ausgedruckt. Für
jede Farbe entstand eine eigene Schablone, mit der ich die Farbflächen
manuell auf Papier übertrug. Anschließend wurde das Ergebnis erneut
durch den Laserdrucker geführt und das Slam-Ergebnis in Schwarzweiß
darübergelegt.
Hochaufgelöste Kollagen-Druckdateien
Als Primärquelle dienten digitalisierte eigene Arbeiten. Ein Skript
suchte ergänzend nach passenden Bildern im Internet. Waren diese zu
niedrig aufgelöst, wurden sie automatisiert in Vektorgrafiken
umgerechnet. Nach der Konfrontation mit meinem Ausgangsbild entstand
eine hochaufgelöste, separierte Druckdatei. Die Prints wurden auf
Kappa-Platten kaschiert und jeweils mit handgemalten Graffiti-Elementen
ergänzt.
Camgirls – der ursprüngliche Slam
Die Idee zum Webslam entstand 2010, im Kontext frühsozialer Plattformen,
auf denen Menschen live um Aufmerksamkeit konkurrierten. Viele der dort
sendenden Frauen inszenierten sich bewusst fragmentarisch: Der Blick
wich aus dem Bild, Nähe und Distanz standen in Spannung zueinander. Es
ging weniger um Erotik als um Präsenz, Beobachtung und Selbstbehauptung
im digitalen Raum.
Während kurzer Live-Sessions wählte ich jeweils eine Gesprächspartnerin aus und fertigte schnelle, expressive Zeichnungen ihrer räumlichen Situation an. Diese Arbeiten bilden die Serie Camgirls und markieren den Ausgangspunkt des Webslam-Prinzips.
Fair Trade
Versendung und Rückgabe
- versandkostenfrei weltweit
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- Besondere Wünsche (Rahmenart, Rahmenfarbe, Passpartouskern Schnittkante schwarz, Passepartous-Farbe, Sondergrößen) können von uns berücksichtigt weden, setzen Sie sich mit uns per EMail in Verbindung.
- Schauen Sie sich auf der Künstlerseite arteurope.de um und teilen Sie uns mit, was Ihnen besonders gefällt. In diesem Shop stellen wir nur wenige Exponate aus.
Sonstiges
Lernen Sie johann franki alias frank olsowski auf arteurope.de näher kennen und gewinnen Sie ein genaueres Verständnis seines Werkes.
Vom flüchtigen Strich zum bleibenden Eindruck
Seit den 1980ern arbeitet Johann Franki mit schnellen Aquarellen und Lichtprojektionen – seine Linien entstehen im Übergang, live, in Bewegung, oft auf dem Overheadprojektor.
An der Kunsthochschule geschult, in der Sozialarbeit vertieft: Entscheidend ist der Moment, in dem Bild und Blick sich begegnen.
Diese Blätter stammen aus dem laufenden Prozess – sie erzählen keine Geschichte, sie sind eine.
Das fließende Bild
Overheadprojektor-Performance von Johann Franki
Mit dem Overheadprojektor hat Johann Franki ein analoges Medium gefunden, das Malerei mit Bewegung verbindet – live, direkt und überraschend. Seine Bilder entstehen im Moment und bleiben nicht stehen: Sie fließen, verwandeln sich, verschwinden.
Mehr Eindrücke gibt es bald auf dem YouTube-Kanal.